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Stadt Lingen

Die Heidelerche und die Schwarze Moorameise sind die Symbol-Tierarten der Stadt Lingen. Symbol-Pflanzenarten sind das Schwimmende Froschkraut und der Pillenfarn. Sandmagerrasen und Sandheide sind die Symbol-Lebensraumtypen.

Symbol-Tierarten: Heidelerche (Lullula arborea) und Schwarze Moorameise (Formica transkaucasica)

Beide regional stark gefährdete Tierarten besitzen im Stadtgebiet ihren Verbreitungsschwerpunkt in der Sandheidelandschaft Wachendorf, zu der neben offenen Binnendünen, Sandmagerrasen, Sandheide, nährstoffarme Stillgewässer, Buchen- und Stieleichenalthölzer auch Moorschlatts gehören. Die Schwarze Moorameise kommt in den naturnahen Moorschlatts noch in größerer Dichte mit vielen Nestern vor und die Heidelerche besiedelt die offenen Heide- und Magerrasenflächen.

Symbol-Pflanzenarten: Schwimmendes Froschkraut (Luronium natans) und Pillenfarn (Pilularia globulifera)

Die stark gefährdete und streng geschützte, in Anhang II und IV der FFH-Richtlinie aufgeführte Art Schwimmendes Froschkraut kommt im Stadtgebiet selten und nur in nährstoffarmen Stillgewässern in Strandlingsgesellschaften (Littorelletea) in der Sandheidelandschaft im Ortsteil Wachendorf vor.

Auch der in Niedersachsen stark gefährdete Pillenfarn ist eine Art der Pflanzengesellschaftsklasse Littorelletea und bildet im Uferbereich nährstoffarmer Stillgewässer, der zeitweise bei höheren Grundwasserständen überschwemmt ist, eine eigene Pflanzengesellschaft. Im Stadtgebiet ist er bisher ebenfalls nur in der Sandheidelandschaft in Wachendorf an wenigen Stellen, aber in größeren Beständen gefunden worden.

Die in Lingen im Ortsteil Wachendorf vorkommenden, nährstoffarmen, naturnahen Stillgewässer sind kleinflächig bis ca. 1 ha groß und anthropogenen Ursprungs. Entweder sind sie im Rahmen von Sandabbau entstanden oder sie wurden für Beregnungs- oder Naturschutzzwecke angelegt. Sie sind umgeben von Magerrasen- und Zwergstrauchheidebeständen sowie im weiteren Umfeld von Kiefernwäldern. Bereits seit Jahren führt die untere Naturschutzbehörde der Stadt Lingen gezielt Maßnahmen zum Erhalt dieser beiden Arten durch. In den Uferbereichen wird Gehölzaufwuchs entfernt, um die Verbuschung zurückzudrängen und eine Besonnung zu gewährleisten. Die in der unmittelbaren Umgebung vorhandenen Offenbereiche werden ebenfalls von Gehölzbewuchs freigehalten, damit der Wind ungehindert auf die Wasserflächen treffen kann, damit die natürliche Verlandung zurückgedrängt wird.

Symbol-Lebensraumtypen: Sandmagerrasen und Sandheide

Im Stadtgebiet Lingen kommen nur noch drei größere Sandheideflächen vor: Naturschutzgebiet „Wacholderhain Wachendorf“, Naturschutzgebiet „Wacholderheide Wachendorf“ und Naturschutzgebiet „Moorschlatts und Heiden in Wachendorf“. Um diese Relikte eines früher flächendeckend in Wachendorf vorkommenden Landschaftstyps dauerhaft zu erhalten und zu entwickeln, wurde von Seiten der Naturschutzbehörde ein Zielkonzept „Heidelandschaft Wachendorf“ entwickelt, das die Erweiterung und den Aufbau eines Biotopverbunds sowie die Vernetzung der drei Naturschutzgebiete vorsieht. Im Jahr 2000 wurde mit den ersten Abschnitten zur Erweiterung des Naturschutzgebietes Wacholderhain in Richtung Westen und zur Erweiterung der „Krähenbeerendüne“ in Richtung Osten begonnen. Insgesamt wurde bis 2004 eine Fläche von 12 ha zur Entwicklung von Sandmagerrasen und –heide offen gestellt. Sandmagerrasenarten, Besenheide und Glockenheide haben die Flächen bereits besiedelt.

Desweiteren wurde auf zwei Ackerflächen mit einer Gesamtgröße von knapp 13 ha in den Jahren 2002 und 2007 der Oberboden vollständig abgetragen. Anschließend wurde die Geländeoberfläche leicht wellig modelliert. Auf der 2002 hergerichteten Fläche hat sich bereits eine recht dichte Silbergrasflur entwickelt und im letzten Jahr wurde die erste Brut der Heidelerche nachgewiesen.

Auf allen Offenflächen werden durch die Stadt Lingen umfangreiche Pflegemaßnahmen zur Erhaltung der Heide-, Magerrasen- und Moorschlatts sowie der Entwicklungsflächen durchgeführt. Neben regelmäßigen Entkusselungen, um den Aufwuchs von Traubenkirsche, Waldkiefer sowie Lärche zu verhindern, erfolgt eine Beweidung mit Bentheimer Landschafen. In den kommenden Jahren ist eine Vernetzung der beiden Wacholder-Naturschutzgebiete in Nord-Süd-Richtung und ein Verbund in Ost-West-Richtung über den breiten Ackergürtel hinweg vorgesehen. In zwei Bereichen werden in diesem Winter innerhalb des Kiefernforstes breite Schneisen geschaffen, um die darunter noch vorkommende Besenheide zu fördern.

Text:
Stadt Lingen
Postfach 20 60
49803 Lingen
Tel.: 0591/9144361 (Karin Schreiner)

Bodenabtrag im Ortsteil Wachendorf; Foto: Günter Welz (Stadt Lingen/Ems)

Zwergstrauchheidebestände; Foto: Günter Welz (Stadt Lingen/Ems)

Stillgewässer mit Pillenfarn; Foto: Günter Welz (Stadt Lingen/Ems)

Silbergrasflur; Foto: Günter Welz (Stadt Lingen/Ems)

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