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Landkreis Peine

Das Tüpfelsumpfhuhn ist die Symbolart für den Landkreis Peine.

Das Tüpfelsumpfhuhn (Porzana porzana) ist ein 23 cm großer, vorwiegend dämmerungsaktiver Rallenvogel. Die Vögel können mit den größeren Wasserrallen verwechselt werden, sind aber nur selten zu beobachten. Die Oberseite ist dunkel olivbraun mit hellen Streifen und Flecken gezeichnet. Die Flügel sind dunkelbraun. Unterseits sind die Tiere grau mit weißen Tüpfeln gezeichnet. Der kurze Schnabel ist gelblich gefärbt. Charakteristisch ist der meist in der Dämmerung und nachts zu hörende Ruf, ein scharfes „quitt...quitt...quitt“. Nach den Rufen wird das Tüpfelsumpfhuhn auch kartiert, zu sehen ist es infolge seiner besonders heimlichen Lebensweise leider nur selten.

Als Brutgebiete werden Nassflächen mit niedrigem Wasserstand und einer dichten Vegetation aufgesucht. Geeignete Lebensräume sind die Verlandungsbereiche eutropher Gewässer, Übergangszonen zwischen Röhrichten und Großseggenriedern sowie Randbereiche extensiv genutzter Nassgrünländer, die von vegetationsreichen Gräben durchzogenen sind. Das Nest wird gut versteckt, in dichten Röhricht- oder Seggenbeständen angelegt. Ab Mitte April werden 8-12 Eier abgelegt, die Hauptbrutzeit ist im Mai. Meist erfolgen zwei Gelege pro Saison. Nach einer Brutdauer von 18-19 Tagen schlüpfen die Jungvögel. Als Nestflüchter halten sie sich in den ersten Tagen noch im Nestbereich auf und werden nach insgesamt 35-42 Tagen flügge. Als Nahrung werden Kleintiere, v.a. Insekten, Spinnen, kleine Schnecken und Würmer aus seichtem Wasser oder Schlamm erbeutet. Das Tüpfelsumpfhuhn ist ein Zugvogel, die Überwinterungsgebiete liegen in Afrika und Indien.

Vorkommen des Tüpfelsumpfhuhns im Landkreis Peine:

Wendesser Moor
Das ca. 65 ha große Naturschutzgebiet Wendesser Moor liegt etwa 1 km südwestlich der Ortschaft Wendesse nördlich von Peine. Aus dem nährstoffarmen und nassen Zwischenmoor hat sich mittlerweile größtenteils ein nährstoffreicheres Niedermoor mit überwiegender Grünlandnutzung entwickelt. An dessen westlichem Rand erstreckt sich in einer flachen, ehemals abflusslosen Talmulde auf einer wasserundurchlässigen Ortsteinschicht der eigentliche Moorkern. Besondere Bedeutung hat die Erhaltung und Entwicklung des Zwischenmoorbereichs durch Sicherung eines hoch anstehenden Grundwasserspiegels sowie Eindämmung der Nährstoffanreicherung aus den umliegenden Flächen. Als Teil des Europäischen Vogelschutzgebietes V 56 "Wendesser Moor" ist es auch Bestandteil des europäischen Netzes "Natura 2000". Es bietet Lebensraum für die wertbestimmenden und hochgradig gefährdeten Rallenarten Tüpfelsumpfhuhn, Kleines Sumpfhuhn, Wasserralle und den Rothalstaucher sowie weitere regelmäßig vorkommende Vogelarten.

Fuhseniederung Klein Ilsede/Handorf
Die Niederung der Fuhse direkt südlich des Mittellandkanals ist erst seit Mitte der 1990er Jahre als Lebensraum für das Tüpfelsumpfhuhn geeignet. Vorher wurde hier über einen Zeitraum von ca. 100 Jahren der Grundwasserspiegel für Zwecke der Ilseder Hütte abgesenkt. Nach Abstellen der Pumpen ist der Grundwasserspiegel schnell gestiegen und binnen weniger Jahre wurde das Gebiet von seltenen Vogelarten, darunter das Tüpfelsumpfhuhn, besiedelt. Es wurde die Qualität eines EU-Vogelschutzgebietes erreicht. Zur Ausweisung ist es nur deswegen nicht gekommen, weil zum Zeitpunkt der Überarbeitung der Schutzgebietskulisse für die Fuhseniederung Nachweise der entsprechenden Vogelarten erst für drei Jahre vorlagen.

Text:
Landkreis Peine
Burgstr. 1
31224 Peine
Tel.: 05171/4013103 (Elke Kentner)

Tüpfelsumpfhuhn

Fuhseniederung bei Kl. Ilsede; Foto: Kentner

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