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Landkreis Vechta

Der Moorfrosch ist die Symbolart für den Landkreis Vechta.

Der Moorfrosch (Rana arvalis) ist in Niedersachsen eine Art des Tieflandes und wird selten über 400 m NN angetroffen. Die in der Roten Liste der Bundesrepublik Deutschland als stark gefährdet eingestufte Art profitiert hier u. a.vom hohen Anteil an Hoch- und Niedermooren.

Der Moorfrosch, als zu den echten Fröschen gehörend, wird seinem Aussehen und seiner Lebensweise entsprechend mit dem Grasfrosch und dem Springfrosch zu den sogenannten Braunfröschen gezählt. Die zwischen 5,5 bis 7 cm großen Tiere sind an der Oberseite hell- bis dunkelbraun gefärbt und können stark schwarz gefleckt sein. Der für den Braunfrosch typische Schläfenfleck hinter dem Auge ist dunkelbraun. Über die Rückenmitte läuft oft ein breites helles Längsband, das dunkel gesäumt ist. Die Drüsenleisten auf dem Rücken sind oft weiß gerandet und deutlich ausgeprägt. Im Gegensatz zum manchmal ähnlich aussehenden Grasfrosch ist der Fersenhöcker beim Moorfrosch hoch gewölbt und fest.

Zur Fortpflanzung wandert der Moorfrosch bereits im Februar bis Ende April zum Laichgewässer, um sich zu paaren. Die Hauptlaichzeit beträgt meist wenige Tage. Während dieser Paarungszeit können die Moorfrosch-Männchen auffällig bläulich bis himmelblau gefärbt sein. Der Paarungsruf des Männchens ist relativ leise und klingt so, als wenn Luft aus einer untergetauchten Flasche entweicht. Der Moorfrosch bildet in dieser Zeit Ruf- und Balzgruppen, bevorzugt in Flachwasserzonen, gerne am sonnenexponierten Ufer des Laichgewässers. Die Rufe sind sowohl tagsüber, nachmittags bei Sonne als auch nachts zu hören.

Das Laichgewässer wird direkt nach der Fortpflanzungsphase verlassen und der Sommerlebensraum aufgesucht. Als Sommerlebensraum benötigt der Moorfrosch Gebiete mit hohen Grundwasserständen, staunasse Flächen auf Nasswiesen und sumpfigem Grünland, Nieder- und Flachmoore, Hoch- und Übergangsmoore, Erlen- und Birkenbrücher sowie oligotrophe Kiefernforste und ehemalige Feuchtheideflächen. In diesen Gebieten befinden sich auch seine Laichgewässer, die vom pH-Wert nicht unter 4,5 liegen dürfen, weil ansonsten der Laich verpilzt. Als Wanderkorridore zwischen den Teillebensräumen dienen feuchte Gräben und Hecken.

Entgegen seinem deutschen Namen „Moor“-Frosch fehlt die Art in den natürlichen Hochmooren, weil hier der pH-Wert der Gewässer zu sauer ist. Die Lebensräume in Niedersachsen als auch im Landkreis Vechta sind daher die degradierten ehemaligen Hochmoore, die Bruchwälder und feuchten Grünländer der Niedermoore sowie ehemalige Heiden der Moorrandbereiche.

Der Landkreis Vechta hat hohen Anteil an den Hochmooren der Diepholzer Moorniederung. Ein ausgedehnter Moorgürtel erstreckt sich vom großen Moor im Norden des Landkreises über Vechta, Lohne, Steinfeld und Damme bis hin zur Dümmerniederung im Süden. Große Teile der abgetorften Hochmoore befinden sich derzeit in der Phase der Wiedervernässung. In der Dümmerniederung befinden sich mehr als 2.000 ha Grünland auf Niedermoortorfen, die extensiviert und vernässt sind. In ehemaligen Torfstichen, aufgelassenen Fischteichen, Feuerlöschteichen und anderen Stillgewässern findet Rana arvalis geeignete Laichbiotope sowie angrenzend Winter- und Sommerquartiere. Darüber hinaus kommt die Art in den Bruchbachtälern des Nordkreises und den dort aus der Nacheiszeit stammenden Schlatts vor. Über geeignete Pflege- und Entwicklungsprogramme ist der Landkreis weiterhin bestrebt, die Moorfrosch-Vorkommen zu erhalten und positiv zu entwickeln.

Text: 
Landkreis Vechta
Ravensburger Str. 20
49377 Vechta
Tel.: 04441/898-2315 (Heinz Höppner)

Moorfrosch in Blaufärbung; Foto: R. Podloucky

Moorfrosch; Foto: R. Podloucky

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