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Landkreis Uelzen

Die Schleiereule ist die Symbolart des Landkreises Uelzen.

Ihre schnarrenden und kreischenden Rufe in der Nacht verraten dem Kundigen die Anwesenheit dieser Eulenart, deren Name von ihrem ausgeprägten, herzförmigen, hellen Gesichtsschleier abgeleitet wurde, der je nach Unterart weiß bis hellgrau oder leicht rosa ist. Die Schleiereule erreicht eine Größe von 33 bis 35 Zentimeter und zeichnet sich neben ihren charakteristischen Gesichtsmerkmalen durch hell gefärbte lange Flügel mit einer Flügelspannweite von bis zu 85 Zentimeter und einen recht kurzen Schwanz aus. Die Zeichnungen und Flecken des Gefieders variieren bei den einzelnen Unterarten, der blassgelbe Schnabel, die hornfarbenen Krallen und die fast unbefiederten Zehen sind dagegen bei allen Unterarten zu finden.

Das Verbreitungsgebiet der Schleiereule ist riesig und umfasst alle Habitate, außer geschlossene Regenwälder, das Innere der Wüsten und montane Regionen. In Mitteleuropa ist diese Vogelart fast ausschließlich in der offenen Agrarlandschaft mit dörflichen Siedlungen anzutreffen. Als Brutplätze dienen vor allem Scheunen und Kirchtürme.

Während des Tages verbringt die Schleiereule ihre Ruhezeit an versteckten Plätzen in Scheunen, Ruinen und Baumhöhlen, wobei diese Eulenart eine besondere Ortstreue auszeichnet. So verharren Schleiereulen auch in strengen Wintern sehr lange an ihren angestammten Gebieten, was infolge des schlechten Nahrungsangebotes und der geringen Fettspeicherung zu hohen Bestandseinbrüchen führen kann.

Als Bewohner jedes Dorfes war die Schleiereule früher den Einheimischen bekannt. Abergläubische Menschen fürchteten sie, da das Erscheinen der Eule das Abbrennen des Hauses ankündigen sollte. Inzwischen ist die Schleiereule seltener geworden. So zeigten bereits Untersuchungen aus den 70er Jahren einen alarmierenden Rückgang des Bestandes. Es wurde festgestellt, dass Schleiereulen in erster Line durch Brutplatzmangel und den stetig zunehmenden Straßenverkehr gefährdet sind. Zurückzuführen ist dies u.a. auf die Intensivierung der Kulturtätigkeit und die Reduzierung der Brutmöglichkeiten in landwirtschaftlichen Bauten und öffentlichen Gebäuden.

Um den Bestand der Schleiereule in der Region Uelzen zu erhöhen und zu stabilisieren, haben der NABU Uelzen und andere interessierte Mitstreiter in insgesamt 230 Ortschaften des Landkreises Uelzen in Zusammenarbeit mit Landwirten und sonstigen Vogel-Liebhabern in deren Scheunen und sonstigen Gebäuden ca. 530 Nistkästen als Brutmöglichkeit für Schleiereulen angebracht. Diese Maßnahmen zur Bestandssicherung und die daraus resultierende gute Ausprägung dieser Tierart im Landkreis Uelzen war neben der traditionellen Verknüpfung der Schleiereule mit der Uelzener Stadtgeschichte mitentscheidend für die Wahl der Schleiereule als Symbolart für Landkreis Uelzen.

Anschaulich werden die Maßnahmen zur Bestandserhaltung insbesondere anhand der Umnutzung von nicht mehr in Betrieb befindlichen Transformatorenhäuschen: Zwischenzeitlich konnte der NABU von der SVO fünf stillgelegte Trafo-Türme in den Ortschaften Seedorf, Vinstedt, Rohrstorf, Kollendorf und Flinten übernehmen und als Brut- und Aufenthaltsquartier für Eulen und andere Tiere herrichten. Weitere stillgelegte Trafo-Türme werden vom NABU in Brockhimbergen, Bruchtorf, Gavendorf, Heitbrack, Varendorf und Wellendorf betreut. Diese Naturtürme sind ebenfalls seit Jahren begehrte Domizile der Schleiereulen und gehören teilweise dem Landkreis oder privaten Nutzern. Der Fortbestand der Schleiereule profitiert vom Umbau der Transformatorenhäuschen zum „Vogelhotel“ und die Türme bleiben für das Ortsbild erhalten. Geplant ist, dass zu diesen Türmen, denen so ein zweites Leben eingehaucht wurde, auf der Internet-Seite von „Natur Erleben“ Informationen eingestellt werden.

Text:
Landkreis Uelzen
Veerßer Str. 53
29525 Uelzen
Tel.: 0581/82-401 (Alexander Krüger)

Schleiereule; Foto: Waldemar Gollnik

Schleiereulennachwuchs; Foto: Waldemar Gollnik

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