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Landkreis Oldenburg

Der Laubfrosch ist die Symbolart und Kleinsthochmoore sind der Symbol-Lebensraumtyp für den Landkreis Oldenburg. 

Der Laubfrosch

Unter den in Niedersachsen heimischen Lurchen fällt der Laubfrosch durch seine Kletterkünste auf, die ihn hoch hinaus bis in die Baumkronen führen. Unser kleinster Froschlurch macht dazu durch seine laute und daher weit tragende Stimme auf sich aufmerksam: Der Kleinste ist der Lauteste! In warmen Mai- und Juninächten kann man Laubfrosch-Rufgruppen über zwei Kilometer weit hören. Solche Rufgruppen können bis zu 200 Tiere umfassen… sie geben ihren Zuhörern ein echtes Frosch-Konzert!

In den letzten Jahrzehnten hat die Art viele angestammte Lebensräume – flache, von der Sonne beschienene Kleingewässer mit Gebüsch-Säumen, blütenreiche Kraut- und  Wildstaudenfluren – durch Umnutzungen verloren. Dazu kam eine Landschaftsfragmentierung, die verschiedene Laubfrosch-Populationen voneinander trennte. Daher wurde der Laubfrosch als stark gefährdet in die Rote Liste der Amphibien Niedersachsens aufgenommen. Inzwischen erfolgten mancherorts Schutzmaßnahmen für den Laubfrosch, die zur Stabilisierung der Bestände geführt haben.

Im Landkreis Oldenburg gibt es noch viele Kleingewässer, die dem Laubfrosch zusagen. Vor allem in den von Wärme begünstigten Geestbereichen haben sich so Vorkommen gehalten, die seit Jahrzehnten als Laubfrosch-Lebensräume bekannt sind. Im Zuge von Artenschutzmaßnahmen wurden im Umfeld bekannter Laichgewässer weitere, vormals nicht optimal entwickelte Kleingewässer, z. B. Schlatts oder flache Tümpel, hergerichtet und auch neue Gewässer angelegt. Sie wurden sofort vom Laubfrosch wiederbesiedelt und erweitern somit zukünftig den Aktionsraum der lokalen Populationen. Laubfrösche verschiedener Gewässer leben als sogenannte Metapopulationen recht unstet. In manchen Jahren wandern die Tiere aus ihren angestammten Lebensräumen ab und besiedeln dann neue oder andere Gewässer und deren Umfeld mit Wiesen, Hecken, Gebüschen und Laubwäldern. Hierbei können Entfernungen von mehreren Kilometern zurück gelegt werden.

Kleinmoore und Kleinsthochmoore

Kleinsthochmoore sind seltene Ideal-Entwicklungen aus eiszeitlich bedingten Bodenmulden (Schlatts) im Landkreis Oldenburg hin zur Hochmoorvegitation. Durch die extremen Klimabedingungen während und nach der Eiszeit entstanden geomorphologische Geländehohlformen, die für die nordwestdeutsche Geest gebietsweise typisch sind. In vielen solcher abflusslosen „Ausblasungsmulden“ entstanden durch Niederschlagswasser und den seitlichen Zufluss von Mineralbodenwasser Kleingewässer, die sich in der Folge auf kleiner Fläche  zum Niedermoor entwickelten, schließlich über den Einfluss des Mineralbodenwassers hinauswuchsen und im günstigsten Falle zu Kleinsthochmooren weiter wuchsen. Die regionale Bezeichnung im Oldenburger Land für alle naturbedingten Stillgewässertypen und ihre Entwicklungsformen heißt „Schlatt“. Gut erhaltenen Kleinsthochmooren kommt heute als Lebensraum hochmoortypischer Pflanzen und Tiere und als Beispiel für die Entwicklung von Hochmooren eine einzigartige Bedeutung zu.

Noch in den Fünfziger Jahren wurden etliche Kleinmoore als Mülldeponien missbraucht oder entwässert oder mit Bauschutt verfüllt und anschließend überackert. Zudem unterliegen die Kleinmoore einem intensiven Einfluss aus angrenzender landwirtschaftlicher Nutzung. Sie stellen sich deshalb heute sehr unterschiedlich dar: Offene Wasserflächen, Sümpfe, Bruchwald und Weidengebüsch, Kleinmoore, Kleinsthochmoore. Der Anteil derjenigen Kleinmoore, die als Kleinsthochmoore ausgeprägt sind, ist relativ gering. Es handelt sich in erster Linie um in Waldmilieu gelegene Moore, die sich dort ungestört entwickeln konnten und nicht so stark dem Nährstoffeintrag von landwirtschaftlichen Nutzflächen ausgesetzt sind.

Im Landkreis Oldenburg sind seit 1983 108 Kleinmoore als Naturdenkmal unter Schutz gestellt worden, zwei unter den Schutz als Naturschutzgebiet. Diese Schutzformen wurden gewählt, da die Einbeziehung verschiedener Biotoptypen und Pufferzonen dadurch ermöglicht wurde, während der erst seit 1990 durch § 28 a Niedersächsisches Naturschutzgesetz eingeführte gesetzliche Schutz als "Besonders geschützte Biotope" auf die unmittelbare Fläche beschränkt ist. Durch Grunderwerb und umfangreiche Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen, z. B. kostenintensive Abfallbeseitigungen, Wiedervernässungen und Entkusselungsmaßnahmen wurden die Kleinmoore und insbesondere die noch existierenden Kleinsthochmoore weitgehend in ihrem naturnahen Zustand erhalten.

Text:
Landkreis Oldenburg
Delmenhorster Str. 6
27793 Wildeshausen
Tel.: 04431/85346 (Bernd Lögering)

Laubfrosch beim Sonnenbaden auf Schwertlilien-Blatt bei 35 °C, Wunderburg/Harpstedt; Foto: Wilfried Vogel

Laubfrösche beim Sonnenbaden auf Schwertlilien-Blatt bei 35 °C, Wunderburg/Harpstedt; Foto: Wilfried Vogel

Laubfrosch trifft Fliege, Wunderburg/Harpstedt; Foto: Wilfried Vogel

Kleines Moor; Foto: G. Schinnerer

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