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Landkreis Göttingen

Der Große Wiesenknopf ist die Symbol-Pflanzenart, der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling ist die Symbol-Tierart des Landkreises Göttingen.

Blumenreiche Wiesen mit Beständen vom Großen Wiesenknopf

Im Landkreis Göttingen sind noch zahlreiche blumenreiche Wiesen zu finden - auf frisch bis feuchten Standorten auch noch vielfach mit dem auffälligen Großen Wiesenknopf. Diese gefährdete Pflanzenart blüht zwischen Juni und September mit einem runden, rotbraunen Blütenköpfchen. Besonders auffällig ist die Blüte einige Wochen nach der ersten Mahd im Juli oder August auf den Wiesen zu sehen.

Der Wiesenknopf ist auf eine extensive Wiesen- bzw. Weidenutzung angewiesen, er verträgt kaum Stickstoffdünger und auch keine Beweidung im Winter. Am besten gedeiht er auf den Wiesen von Mutterkuhhaltern sowie Pferde- und Schafhaltern, da hier am wenigsten Dünger benötigt wird. Im Landkreis Göttingen sind noch auf ca. 120 ha solche artenreichen Wiesen mit dem Großen Wiesenknopf zu finden – und zwar in den Flussauen von Weser und Fulda und an einigen Bächen, die aus dem Kaufunger Wald kommen. Der Wiesenknopf wächst hier zusammen mit vielen weiteren Arten, die auch die düngerlose Bewirtschaftung bevorzugen: Ruchgras, Scharfer Hahnenfuß, Rotklee, Schafgarbe, Margerite, Knöllchen-Steinbrech, Wiesen-Glockenblume usw..

Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling

Nur dort, wo es den Großen Wiesenknopf gibt, kann auch ein spezialisierter Schmetterling leben: der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling.
Zwei „Dinge“ braucht dieser Schmetterling: den Großen Wiesenknopf und eine Knotenameise. Den Wiesenknopf nutzt er als Eiablagepflanze sowie als Nahrungsgrundlage für die Raupen. Die Knotenameise (v.a. Myrmica rubra) braucht er für die Aufzucht der Raupen - daher der Name „Ameisenbläuling".

Der Name „Bläuling“ geht auf das bläuliche Schimmern der Flügeloberseiten zurück. Diese sieht man jedoch selten, da der Schmetterling meist mit zusammengeklappten Flügeln auf den Pflanzen sitzt. Die Hauptflugzeit des Ameisenbläulings erstreckt sich auf einen kurzen Zeitraum von Ende Juli bis Anfang August. In dieser Zeit nutzen die kurzlebigen Falter die Blütenstände des Großen Wiesenknopfes als Nahrungsquelle und Rendezvousplatz. Dort legen sie auch die Eier in das Innere der frisch geöffneten Blütenköpfe, mit bis zu sechs Eiern pro Blütenstand.

Bis Mitte September entwickeln sich die Raupen zunächst in den Blütenköpfen, um sich dann auf den Erdboden fallen zu lassen. Am Boden werden die Raupen von Knotenameisen „adoptiert" und in die unterirdischen Brutkammern der Ameisennester eingetragen, wo sie sich von der Ameisenbrut räuberisch ernähren. Ungefähr zehn Monate verbringt die Raupe in der Obhut der getäuschten Ameisen, wobei je nach Größe des Ameisenvolkes bis zu vier Raupen pro Nest gleichzeitig aufwachsen können. So überdauert die Raupe den Winter, bevor sie sich im Juni des folgenden Jahres verpuppt und im Juli als Schmetterling das Ameisennest wieder verlässt.

Der Ameisenbläuling bewohnt Feucht- und Auwiesen in Fluss- und Bachtälern, jedoch außerhalb der Hochwasserbereiche. In höheren Lagen werden auch Weg- und Straßenböschungen und Säume besiedelt. Gefahren drohen durch häufiges Mähen der Wiesen zu ungünstigen Terminen - dies verhindert ein reiches Blütenangebot zur Flugzeit. Walzen der Wiesen verdrängt die Ameisennester – beides gefährdet diesen selten gewordenen Tagfalter. Es gibt noch wenige Vorkommen in Niedersachsen, davon einige im südwestlichen Landkreis Göttingen.

Text:
Landkreis Göttingen
Reinhäuser Landstr. 4
37083 Göttingen
Tel.:0551/525345 (Bertram Preuschof)

Wiese mit dem auffälligen Großen Wiesenknopf; Foto: B. Preuschhof

Großer Wiesenknopf mit Dunklem Wiesenknopf-Ameisenbläuling; Foto: L. Feisel

Margarethenwiese mit Großem Wiesenknopf; Foto: Foto: O. Drachenfels

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