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Stadt Delmenhorst

Der Fieberklee ist die Symbolart für die Stadt Delmenhorst.

Der Fieberklee oder auch Bitterklee genannt, erhielt seinen botanischen Namen (Menyanthes trifoliata - griechisch: dreiblättrige Monatsblüte) aufgrund der typisch angelegten drei Teilblätter und wegen der früher verbreiteten Annahme, die Pflanzen würden nur für einem Monat im Jahr blühen.

Die deutschen Trivialnamen weisen auf die Klee-ähnlichen Blätter und die frühere Verwendung als fiebersenkende Heilpflanze bzw. den hohen Gehalt an Bitterstoffen hin. Eine fiebersenkende Wirkung konnte wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden. Hingegen wird die Pflanze bei Galle- und Leberleiden angewandt und wirkt zudem verdauungsfördernd und appetitanregend. Der Fieberklee ist daher auch Bestandteil einiger Magenbitter. In Schweden nutzt man heute noch Fieberklee gelegentlich als Hopfenersatz beim Bierbrauen.

Der Fieberklee ist eine Pionierpflanze, die in Flachwasserzonen vordringt, zur Verlandung beiträgt und so den Lebensraum für weitere Arten bereitet, von denen er schließlich verdrängt wird. Als mehrjährige, krautige Pflanze, die von Mai bis Juni blüht, erreicht der Fieberklee eine Wuchshöhe von bis zu 30 cm. An freien Ufern wächst er halb untergetaucht manchmal weit ins Flachwasser hinein, als Sumpfpflanze aber auch mit kriechenden Ausläufern (Rhizomen) auf der Erde (terrestrisch). Da Rhizome und Blattstiele von vielen Luftröhren durchsetzt sind, erlangen die Pflanzen so viel Schwimmfähigkeit, dass Laubblätter und Blütenstände immer aus dem Wasser herausragen.

Im Delmenhorster Stadtgebiet ist der Fiberklee u.a. in den ausgedehnten Grünlandflächen der Ochtumniederung zu finden, bspw. in verlandeten Grabenzügen. Daneben wurden ebenso Bestände in Verlandungsbereichen verschiedener Stillgewässer nachgewiesen. Aber auch im direkten Stadtgebiet lassen Restvorkommen auf inselartigen Niedermoorflächen erahnen, dass diese Pflanze auch in Delmenhorst vormals in wesentlich größeren Beständen anzutreffen war. Ihr steter Rückgang begründet sich zum einen in  dem direkten Verlust von Wuchsorten, zum anderen jedoch in der weiterhin voranschreitenden Entwässerung geeigneter Wuchsstandorte und in einem zu hohen Nährstoffeintrag.

Text:
Stadt Delmenhorst
Postfach 17 44
27747 Delmenhorst
Tel.:04221/992866 (Andreas Beckröge)

Fieberklee; Foto: Olaf von Drachenfels

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