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Landkreis Goslar

Der Lilagold-Feuerfalter ist die Symboltierart, die Arnika die Symbolpflanzenart des Landkreises Goslar. Symbollebensraumtyp sind die Bergwiesen.

Lilagold-Feuerfalter

Der Lilagold-Feuerfalter (Lycaena hippothoe) wird auch Kleiner Ampferfeuerfalter genannt und gehört zur Familie der Bläulinge. Die männlichen Falter sind auf der Oberseite auffallend orangerot gefärbt und meist violett übergossen. Die weiblichen Falter sind dagegen oberseits eher unscheinbar gelbbraun gefärbt. Die Haupterscheinungszeit des Falters ist Mai bis Juli, wobei die einzelnen Individuen eine auffällig kurze Lebenserwartung von nur ca. 2 Wochen haben. Die grüne und fein samtig behaarte Raupe überwintert. Die Hauptnahrungspflanze der Raupen ist der Wiesen-Sauerampfer (Rumex acetosa). Aufgrund der kurzen Flugperiode ist die Reproduktionsrate des Falters sehr stark von einem ausreichenden Nektarangebot zur Zeit des Fluges und von günstigen Witterungsbedingungen abhängig.

Der Lilagold-Feuerfalter steht unter Naturschutz (besonders geschützte Art nach der BArtSchV) und gilt in Niedersachsen als vom Aussterben bedrohte Tagfalterart. Im Landkreis Goslar befindet sich im Bereich des Oberharzes in Hohegeiß das einzige Schwerpunktvorkommen des Falters in Niedersachsen.

Arnika

Arnika (Arnica montana) ist ein aromatisch duftender, mehrjähriger krautiger Korbblütler, der Wuchshöhen zwischen 20 und 60 cm erreichen kann. Die Pflanze ist drüsig behaart. Der aufrechte Stängel ist mit 1-3 gegenständigen Laubblättern beblättert. Die grundständige, am Boden liegende Blattrosette besteht aus hellgrünen, ganzrandigen, derben Blättern ohne Stiele von etwa 15 cm Länge und 4 cm Breite. Die meist einzeln und endständig an kräftigen langen Stängeln stehenden orangegelben körbchenförmigen Blütenstände erreichen Durchmesser von bis zu 8 cm. Die 15-25 vielnervigen weiblichen Zungenblüten umgeben die zwittrigen und deutlich kleineren Scheibenblüten. Die Blütezeit ist von Mai bis August.

Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich bis nach Südskandinavien. Arnika bevorzugt saure und magere Wiesen und ist kalkmeidend. Sie ist von der Tallage bis in Höhen von 2.800 m anzutreffen. Arnika-Wildvorkommen sind selten geworden und stehen unter Naturschutz (besonders geschützte Art nach der BArtschV). Die Arnika steht in der Roten Liste gefährdeter Arten in Niedersachsen in Kategorie 2 und gilt damit in ihrem Bestand als stark gefährdet.

Aufgrund des Gehaltes an Inhaltsstoffen, u.a. ätherischen Ölen, Flavonoiden und Sesquiterpenlactonen, wird Arnika auch in der Medizin verwendet. Zubereitungen aus Arnika (z.B. Tinkturen und Salben) werden in der Regel äußerlich verwendet und wirken entzündungshemmend, antiseptisch und wundheilfördernd. Hauptanwendungsgebiete sind stumpfe Verletzungen wie Quetschungen und Blutergüsse, da die Resorption beschleunigt wird. Aus diesem Grund wird die Arnika auch Bergwohlverleih genannt.

Bergwiesen

Die für die Hochlagen des Harzes (ab 400 m ü.N.N.) charakteristischen artenreichen Bergwiesen kommen in Niedersachsen nur im Harz vor. Sie sind kulturhistorisch aus Rodungen ortsnaher Wälder und anschließender Umwandlung in Grünland entstanden. Sie dienten der Erzeugung von Winterfutter für das Vieh. Durch diese extensive Grünlandnutzung sind im Laufe der Jahrhunderte Lebens- und Überlebensräume einer einmaligen, an das raue Klima des Harzes angepassten Pflanzen- und Tierwelt entstanden. Sie sind so zu einem Refugium für eine große Anzahl seltener und gefährdeter Arten geworden. Allein über 50 bestandsbedrohte Pflanzenarten, die auf der so genannten Roten Liste stehen, wachsen auf den über 700 ha Bergwiesen im Landkreis Goslar.

Die Bergwiesen sind in Ihrem Bestand mittlerweile selbst bedroht. Durch den Rückgang der traditionellen Bewirtschaftung fielen viele Bergwiesen brach, wurden durch Düngung zu Intensivgrünland oder fielen der Aufforstung und Bebauung zum Opfer. Sie stehen heute unter dem besonderen Biotopschutz des § 28 a NNatG. Der Landkreis Goslar als Untere Naturschutzbehörde engagiert sich seit den 80er Jahren verstärkt dafür, die landwirtschaftliche, extensive Mahd sicher zu stellen und Landwirte in entsprechende Förderprogramme zu lenken. Mitte 2007 ist es gelungen, rund 350 ha Bergwiesenpflege in das Kooperationsprogramm Naturschutz zu überführen und die Biodiversität langfristig zu erhalten.

Text:
Landkreis Goslar
Klubgartenstr. 6
38640 Goslar
Tel.: 05321/76616 (Klaus Rittmeier)

Arnika in Braunlage; Foto: Olaf von Drachenfels

Bergwiese in Braunlage; Foto: Olaf von Drachenfels

Bergwiese in Braunlage; Foto: Olaf von Drachenfels

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